Auf 26 Seiten definiert das Pflichtenheft die regelmäßig sinnvollen Ziele zur Technikauswahl auf Basis der betrieblichen Erfordernisse kommunaler Kanalnetzbetreiber. Das bei der baulichen Kanalsanierung immens vielfältige Technologieangebot wird entsprechend den betrieblichen Anforderungen des Netzbetreibers priorisiert.
Die Priorisierung berücksichtigt die potenziellen Ausführungsrisiken aus den ggf. vorliegenden örtlichen Randbedingungen. Mit Blick auf die wasser- und haushaltsrechtlichen Verpflichtungen der Netzbetreiber wird dem Gebot einer bestmöglichen Risikominimierung in diesem Bausektor Rechnung getragen. Sie trägt dem öffentlich-rechtlich gebotenen Nachhaltigkeitsaspekt durch die angestrebte größtmögliche Nutzungsdauer der baulichen Lösung Rechnung.
Die Leistungsanforderungen umfassen die üblichen Regelleistungen aber auch wiederkehrend erforderliche zusätzliche Leistungen in diesem Themenfeld. Es werden für die Bereiche Planung, Vergabe und Bauüberwachung die Dokumentationserfordernisse präzisiert und hierdurch für den Netzbetreiber standardisiert.
Besonderes Augenmerk ist dem Bereich der Örtlichen Bauüberwachung gewidmet, mit konkreten Leistungsanforderungen und Hinweisen auf Vergütungsgrundlagen.
Praktikable Festlegungen zur wichtigen Sanierungsdokumentation schließen die Betrachtung des Gesamtprozesses ab.
Durch das Nutzen dieses Pflichtenheftes wird es dem Auftraggeber ermöglicht, eine Verstetigung von Planungsleistungen zu erreichen, unabhängig des jeweils Planenden. Hierdurch werden Planungsleistungen im Sinne der Kontinuität vergleichbarer.
Das Pflichtenheft kann in Vergabeverfahren als leistungsbezogene Orientierung bei der Definition und Beurteilung von Zuschlagskriterien herangezogen werden.
Klare Leistungsvorgaben für Planungsaufgaben – mit dem PFLICHTENHEFT zur belastbaren VERTRAGSGRUNDLAGE
In der Praxis fehlt zumeist eine verbindliche Regelung zur werkvertraglichen Definition von Planungsleistungen. Die HOAI reicht hierzu nicht aus. Auf die Netzbetreiberbedürfnisse hin abgestimmte Pflichtenhefte für Ingenieurleistungen (Planung und Bauüberwachung) setzen an dieser Stelle an:
Pflichtenhefte schließen die Lücke zwischen Honorarvereinbarung und konkreter Leistungspflicht. Sie orientieren sich an kommunalen Anforderungen und dienen als verlässliche Grundlage ab der Vergabe von Planungsleistungen bis hin zum Qualitätsmanagement.
Ob als Bewertungsmaßstab in Vergabeverfahren oder zur internen Strukturierung im Ingenieurbüro – das Pflichtenheft schafft Vergleichbarkeit, Transparenz und eine nachhaltige Steuerung der Planungsqualität.