Auf 19 Seiten konkretisiert das Pflichtenheft die Leistungserwartungen im Aufgabengebiet, orientiert an den Leistungsbildern der HOAI.
Es definiert den notwendigen Planungsumfang mit den jeweiligen Aspekten zum Sicherstellen der Betriebssicherheit während der Ausführung und der Auswirkungen auf benachbarte Bausubstanz. Es regelt zudem die planerischen Aspekte zum Sicherstellen einer sozialverträglichen Umsetzung der Baumaßnahmen für Anlieger und die notwendigen Grundlagen um Kostensicherheit zu erhalten.
Es werden für die Bereiche Planung, Vergabe und Bauüberwachung die Dokumentationserfordernisse präzisiert und hierdurch für den Netzbetreiber standardisiert.
Sofern Musterzeichnungen und Plandarstellungsvorgaben bestehen, werden diese AG-spezifisch integriert.
Besonderes Augenmerk ist dem Bereich der Örtlichen Bauüberwachung gewidmet, mit konkreten Leistungsanforderungen und Hinweisen auf Vergütungsgrundlagen.
Die vermessungstechnischen Erfordernisse und Darstellungen werden präzise dargelegt. Insbesondere werden dem Vermessungsumfang im Rahmen der planungsbegleitenden Vermessung und deren Dokumentation Rechnung getragen. Zudem werden die Erfordernisse zur Bauausführungsvermessung hinsichtlich der Erfassung der neuen Infrastrukturanlagen (Abwasserkanäle, Wasserversorgung) zur künftigen Bestandsverwaltung fixiert.
Letztlich werden die vom Auftraggeber bevorzugten Baumaterialien unter dem Aspekt einer möglichst guten Nutzungsbeständigkeit benannt. Hierdurch lässt sich die notwendige Kontinuität für den weiteren Betrieb der Anlagen sicherstellen.
Durch das Nutzen dieses Pflichtenheftes wird es dem Auftraggeber ermöglicht, eine Verstetigung von Planungsleistungen zu erreichen, unabhängig des jeweils Planenden. Hierdurch werden Planungsleistungen im Sinne der Kontinuität vergleichbarer.
Das Pflichtenheft kann in Vergabeverfahren als leistungsbezogene Orientierung bei der Definition und Beurteilung von Zuschlagskriterien herangezogen werden.
Hinweis zur Individualisierung:
In diesem Pflichtenheft gilt es regelmäßig, Teilinhalte auf die jeweilige bauherrenspezifische Situation hin anzupassen (z.B. satzungsrechtliche Zuständigkeiten, Definitionen zu Vermessungs- und Bestandsverwaltungvorgaben sowie Materialstandards).
Klare Leistungsvorgaben für Planungsaufgaben – mit dem PFLICHTENHEFT zur belastbaren VERTRAGSGRUNDLAGE
In der Praxis fehlt zumeist eine verbindliche Regelung zur werkvertraglichen Definition von Planungsleistungen. Die HOAI reicht hierzu nicht aus. Auf die Netzbetreiberbedürfnisse hin abgestimmte Pflichtenhefte für Ingenieurleistungen (Planung und Bauüberwachung) setzen an dieser Stelle an:
Pflichtenhefte schließen die Lücke zwischen Honorarvereinbarung und konkreter Leistungspflicht. Sie orientieren sich an kommunalen Anforderungen und dienen als verlässliche Grundlage ab der Vergabe von Planungsleistungen bis hin zum Qualitätsmanagement.
Ob als Bewertungsmaßstab in Vergabeverfahren oder zur internen Strukturierung im Ingenieurbüro – das Pflichtenheft schafft Vergleichbarkeit, Transparenz und eine nachhaltige Steuerung der Planungsqualität.